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Abrogans of Admont

Bei Digitalisierungsarbeiten im Stift Admont fand Martin Haltrich zwei ungefähr handtellergroße Fragmente einer Abrogans Überlieferung aus der Zeit um 800.

Der Abrogans ist ein Glossar, das ursprünglich als eine Art lateinisches Synonymwörterbuch geführt und schließlich mit althochdeutschen Begriffen glossiert wurde.

Es handelt sich um eine der ältesten, bisher bekannten Überlieferungen althochdeutscher Schriftsprache überhaupt!

Im Gegensatz zu den übrigen frühen Abrogans Überlieferungen liegt mit den Fragmenten zudem eine lateinisch-deutsche und nicht eine lateinisch-lateinisch-deutsche Zusammenstellung vor. Weiters ist dies die erste alphabetisierte Fassung von lateinischen Wortlisten in A2 Sortierung (d.h., dass die Worte nicht nur nach dem ersten, sondern auch nach dem zweiten Buchstaben alphabetisch sortiert sind). Die Abschrift dürfte also von einer bisher noch nicht bekannten Fassung eines Ur-Abrogans abgeschrieben worden sein, die im alemannisch-bayrischen Raum zw. Bodensee und Enns (vl. Mondsee) entstanden ist. 

Eine von Stephan Müller und Wolfgang Haubrichs koordinierte Gruppe hat sich letzten Freitag in Admont formiert und wird den Fund im Laufe des kommenden Jahres bearbeiten und publizieren.

ORF, Zeit im Bild 2

Mittelalterliche Fragmente entschlüsselt - Entdeckung in Stift Admont

Sensation aus der Mappe (Der Spiegel 20/2017)

Wortspende (Profil 20/2017, 15. Mai 2017)

Last Update: 07.10.15